Noch hat Isabel Coixet den Status eines Alfred Hitchcock nicht erreicht. Was noch nicht ist, kann ja noch werden. Ein filmisches Merkmal und des Regisseurin Eigenheit aber, die des Altmeisters würdig wäre, hat die spanische Filmschaffende bereits entwickelt. Während Hitchcock  in jedem seiner Filme für einen kurzen Augenblick als Statist auftaucht, verzichtet Coixet in ihren ungern auf eine Szene in einem Waschsalon. Als einen Ort unheimlicher Intimität empfindet sie diesen, ihrer Obsession findet somit ihren Platz im Drehbuch. So steht also der Waschsalon als Signatur des Schaffens von Coixet, die in ihren Filmen immer wieder in die intimsten Details des menschlichen Daseins vordringt.
"Das geheime Leben der Worte" bildet da keine Ausnahme, wohl eher die Bestätigung einer tadellosen Handschrift. Der Film handelt von Hanna, die in einer namenslosen Fabrik mit stoischer Teilnahmslosigkeit einer nicht näher bezeichneten Tätigkeit nachgeht. Ihre Hörschwäche nutzt sie gekonnt aus, und schaltet mit einem Handgriff auch ihre Außenwelt aus.  Jeden Abend wickelt Hanna in ihrer nahezu leeren Wohnung ein neues Stück Mandelseife aus dem Cellophan. Neben dem halben Apfel und der Schüssel Reis im Kühlschrank, ist dies der einzige Luxus, den sie sich gönnt. Hanna, so viel ist dem Zuschauer bewusst, ist ein Mensch, dessen Leben sehr erloschen wirkt, und dem es an Kraft fehlt sich um zu bringen.
Einige Begebenheiten später verschlägt es Hanna auf eine Bohrinsel , die durch einen Unfall vorzeitig außer Betrieb ist. Eingestellt als Krankenschwester betreut sie dort Josef, einem bei dem Unfall schwer verletzten Arbeiter, der nicht transportfähig ist und vorübergehend sein Augenlicht verloren hat. Zwischen dem blinden Patienten und seiner wortkargen Pflegerin entsteht eine bedachtsame Beziehung. Er flirtet, sie schweigt. Er befragt sie charmant, sie lächelt und antwortet nicht. Dass beide sowohl physisch als auch psychisch vernarbt sind, offenbart sich im Laufe der Handlung mehr und mehr. 


Nach “Mein Leben ohne mich” einer der wenigen Filme, die mich sehr berührt haben. Mein Ruf als Filmheuler eilt mir zwar voraus, dennoch liegt hier ein grober Unterschied zwischen Einfühlsamkeit und übertriebener Einfühlsamkeit in Form einiger Tränen.

Noch hat Isabel Coixet den Status eines Alfred Hitchcock nicht erreicht. Was noch nicht ist, kann ja noch werden. Ein filmisches Merkmal und des Regisseurin Eigenheit aber, die des Altmeisters würdig wäre, hat die spanische Filmschaffende bereits entwickelt. Während Hitchcock  in jedem seiner Filme für einen kurzen Augenblick als Statist auftaucht, verzichtet Coixet in ihren ungern auf eine Szene in einem Waschsalon. Als einen Ort unheimlicher Intimität empfindet sie diesen, ihrer Obsession findet somit ihren Platz im Drehbuch. So steht also der Waschsalon als Signatur des Schaffens von Coixet, die in ihren Filmen immer wieder in die intimsten Details des menschlichen Daseins vordringt.

"Das geheime Leben der Worte" bildet da keine Ausnahme, wohl eher die Bestätigung einer tadellosen Handschrift. Der Film handelt von Hanna, die in einer namenslosen Fabrik mit stoischer Teilnahmslosigkeit einer nicht näher bezeichneten Tätigkeit nachgeht. Ihre Hörschwäche nutzt sie gekonnt aus, und schaltet mit einem Handgriff auch ihre Außenwelt aus.  Jeden Abend wickelt Hanna in ihrer nahezu leeren Wohnung ein neues Stück Mandelseife aus dem Cellophan. Neben dem halben Apfel und der Schüssel Reis im Kühlschrank, ist dies der einzige Luxus, den sie sich gönnt. Hanna, so viel ist dem Zuschauer bewusst, ist ein Mensch, dessen Leben sehr erloschen wirkt, und dem es an Kraft fehlt sich um zu bringen.

Einige Begebenheiten später verschlägt es Hanna auf eine Bohrinsel , die durch einen Unfall vorzeitig außer Betrieb ist. Eingestellt als Krankenschwester betreut sie dort Josef, einem bei dem Unfall schwer verletzten Arbeiter, der nicht transportfähig ist und vorübergehend sein Augenlicht verloren hat. Zwischen dem blinden Patienten und seiner wortkargen Pflegerin entsteht eine bedachtsame Beziehung. Er flirtet, sie schweigt. Er befragt sie charmant, sie lächelt und antwortet nicht. Dass beide sowohl physisch als auch psychisch vernarbt sind, offenbart sich im Laufe der Handlung mehr und mehr. 

Nach “Mein Leben ohne mich” einer der wenigen Filme, die mich sehr berührt haben. Mein Ruf als Filmheuler eilt mir zwar voraus, dennoch liegt hier ein grober Unterschied zwischen Einfühlsamkeit und übertriebener Einfühlsamkeit in Form einiger Tränen.